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CHRONIK des MGV “Concordia“ Wolken
Dass die Schullehrer in den früheren Jahren eine vielfältige Funktion und Aufgabenstellung insbesondere auf den Dörfern hatten ist allgemein bekannt.
In Wolken war dies um die letzte Jahrhundertwende nicht anders. Hier amtierte zwischen 1894 und 1934 der Lehrer Johann Bauer.
Er war es, der 1895 die Gründungsinitiative übernahm und den Männergesangverein „Concordia“ in Leben rief.
Nicht ungewöhnlich für diese Zeit war es, daß er neben seinem Lehramt auch gleich die Tätigkeit des Dirigenten übernahm.
Zur Seite standen ihm im Gründungsjahr der erstmals gewählte Vorsitzende Anton Kreuter und die Vorstandsmitglieder Josef Enders, Markus Kreuter und Jakob Künster, Rund 20 Sänger bildeten 1895 den Grundstein für den heutigen Männerchor.
Bereits drei Jahre später konnte das erste Sängerfest an der „Eisernen Hand“ gefeiert werden. Unter der Festleitung von Mathias Weber erfolgte die Weihe der neuen Vereinsfahne, deren mehr oder weniger gut erhaltenen Reste heute noch gehütet werden.
Die Entwicklung des Männerchores nahm einen guten Verlauf. Als seinerzeit alleiniger Ortsverein hatte er einen regen Zuspruch. War es doch in diesen Jahren die einzige Möglichkeit neben der körperlich schweren Arbeit einen Ausgleich zu finden und für die jungen Männer oft eine begehrte Gelegenheit aus dem Haus zu kommen.
Sängerfeste wechselten sich mit Wertungssingen und Wettstreiten ab und nicht selten wurden die Mannen der „Concordia“ als Sieger gebührend empfangen.

Das 15-jährige Stiftungsfest wurde im neu erbauten Saale von Wilhelm Lingerhand unter Vorsitz und Leitung von Fritz Annen gefeiert. (Gruppenfoto mit Ehrendamen von 1910). Die Räumlichkeiten der Gaststätte „Lingerhand“, heutiger Inhaber Bernd Kalter , bildete bis in die 90iger Jahre das Vereins und Probenlokal für den Männergesangverein.
Der 1. Weltkrieg brachte das Vereinsleben zum Erliegen und forderte leider auch aus den Reihen der Sänger seine Opfer.
Dank der Schaffenskraft des Lehrers und Dirigenten Herrn Bauer und des Vorsitzenden und damaligen Bürgermeisters Fritz Annen wurde die Probenarbeit 1920 wieder aufgenommen. So konnte 1921 das silberne Vereinsjubiläum im Rahmen eines großen Sängerfestes nachgeholt werden. Von den Gründungsmitgliedern wurden noch viele mit der Silbernen Ehrennadel für 25-jährige Singtätigkeit ausgezeichnet.
 
Dem Lehrer Bauer wurde zu diesem Anlass der silberne Dirigentenstab überreicht. Er leitete den Chor 26 Jahre und wurde danach Ehrendirigent des MGV „Concordia“.
Die Vereinsausflüge in diesen Jahren waren bescheiden wie die Kassenbestände der damaligen Zeit Es reichte oft nur knapp für die Bezahlung des Dirigenten und der Vereinsauslagen. Ausflugsziele wie eine Fahrt zur Burg Eltz,, zum Niederwalddenkmal bei Rüdesheim oder eine Tour in die Eifel brachten jedoch auch viel Freude und stärkten in diesen mageren Jahren den Zusammenhalt im Verein.
 
Die gesanglichen Leistungen stiegen unter den neuen Chorleitern Jakob Bröhling und Nikolaus Juchem, die beide aus Bassenheim kamen, weiter an. Dies wurde bei nationalen Gesangswettstreiten 1929 in Hillscheid und im Jahr darauf in Eitelborn durch entsprechende Ehrenpreise und Auszeichnungen belohnt. Zwischenzeitlich reichte das Vereinsguthaben auch wieder soweit, daß im Jahre 1927 eine neue Vereinsfahne beschafft und in feierlicher Form geweiht werden konnte.
Neben der Pflege des deutschen Liedgutes zeichnete sich der MGV „Concordia“ – wie es in diesen Jahren vielfach üblich war – auch durch die Aufführung kleiner Theaterstücke aus. Diese Laienspiele hatten ihren festen Platz um kulturellen Leben der Gemeinde und wurden bis in die 50-ziger Jahre von der Bevölkerung mit Begeisterung aufgenommen. Ebenso die nach alter Tradition alljährlich am 2. Weihnachtstag und später zum Dreikönigsfest stattfindende Festveranstaltung der Sängerfamilie im Saalbau Lingerhand.
  
Im Mai 1931 richtete der MGV „Concordia“ unter der Schirmherrschaft des Wolkener Landtagsabgeordneten Jakoby/Raffauf ein großes Wertungssingen aus. In diesen Tagen waren weit mehr aktive Sänger nach Wolken gekommen als der kleine Ort an Einwohnern aufbrachte.
Die Begeisterung für den Chorgesang kam zwangsweise in den Kriegsjahren zwischen 1939 und 1948 zum Erliegen. Trotz der erheblichen Lücken, die der zweite Weltkrieg in den Reihen der Sänger zurückliess, erfolgte nach umständlicher Genehmigung durch die Militärregierung 1948 ein Neuanfang unter Leitung des 1. Vorsitzenden Anton Wetzler. Als Chorleiter konnte in diesen schweren Nachkriegsjahren Herr Hans Hartmann verpflichtet werden, der im Folgejahr durch Herrn Volka abgelöst wurde.
Der Männerchor knüpfte nach und nach an seine alten Leistungen an, da es auch an Mitgliedern nach den langen entbehrungsreichen Kriegsjahren nicht fehlte. Schon 1951 wurde wieder ein erstes Chorfest veranstaltet und man fuhr auch bald wieder raus zu Leistungssingen und Sängerfesten. Die gesanglichen Leistungen konnten entscheidend mit dem Eintritt des neuen Chorleiters , Herrn Willi Roßbach aus Güls, Ende des Jahres 1951 verbessert werden. Es bildete sich eine langjährige Sängerfreundschaft zwischen Güls, Lay und Wolken.
Im Jahre 1952 erhielten die Gründungsmitglieder Lehrer Bauer, Johann Künster und Mathias Kröter vom neu formierten Deutschen Sängerbund die goldene Ehrennadel für 50-jährige Treue zum Chorgesang.
Mit dem 60-jährigen Jubiläum des MGV „Concordia“ erlebte das damals noch „kleinste Dorf im Landkreis“ 1955 wieder ein grosses Sängerfest.
In den Folgejahren nahm die Entwicklung einen rasanten Verlauf. Die Bevölkerung verdoppelte sich schnell und dem Männergesangverein erwuchs bald Konkurrenz durch andere Ortsvereine.
Der MGV „Concordia“ der seiner Rolle als Kulturträger in der Gemeinde treu blieb, wurde schnell zum Bindeglied zwischen Alt- und Neubürgern in Wolken.
Die 75-Jahrfeier fand am 30./31. Mai 1970 mit einem Rheinischen Sängerfest unter Vorsitz von Manfred Kreuter statt. Als Chorleiter war inzwischen Herr Marzi tätig, der die musikalische Leitung mehr als ein Jahrzehnt in den Händen behielt. Ihm folgte Anfang der 80iger Jahre der Chorleiter Albert Philipps.
Neben den Freundschaftssingen und Jubiläumsveranstaltungen war das Programm des MGV „Concordia“ in all diesen Jahren angefüllt mit innerörtlichen Auftritten bei Veranstaltungen wie Altennachmittage, Dorffesten, der Gestaltung der Christmette oder dem adventlichen Singen in der Vorweihnachtszeit.
Inzwischen hat die Ortsgemeinde eine Bürgerhalle (heute Goloringhalle) gebaut, in der ab 1981 alle diese Veranstaltungen stattfanden. Das heimische langjährige Domizil des MGV „Concordia“, der Saalbau Lingerhand, wurde aufgegeben und bald stand auch der Platz im Probenlokal „Lingerhand“ nicht mehr zur Verfügung.
Die Vereinsaktivitäten gingen jedoch weiter und im Juni 1985 wurde das 90-jährige Vereinsjubiläum in Verbindung mit dem Chorfest der Verbandsgemeinden Untermosel und Rhens im in großem Rahmen gefeiert.
Den Vorsitz führte Hubert Moske, der 1979 das Amt übernommen hatte und die Vereinsgeschichte bis ins Jahr 1996 lenkte und nach langjährigem Vorsitz an Gerd Hain übergab, der für den Verein 10 Jahre die Vereinsgeschicke leitete . Für das Jahr 2006 mußte ein kommissarisch gewählter Vorstand gebildet werden .Im Dezember 2006 wurde neu gewählt und seit dem hat der neue 1. Vorsitzende Horst Reuter den MGV in seiner Verantwortung.
Im Vergleich zu den besinnlichen früheren Jahren macht die derzeitige hektische und schnelllebige Zeit, unterstützt von den Massenmedien wie Funk und Fernsehen, besonders den kleineren Gesangvereinen das Leben schwer.
Der MGV „Concordia“ Wolken bereitet sich allen diesen Schwierigkeiten zum Trotz, gestärkt durch neue aktive Sänger und unter sachkundiger Führung seines Dirigenten und Kreischorleiters Jens Konieczny aus Dieblich auf jegliche neue Aufgaben vor.
Dies jedoch nicht, ohne die Erinnerungen an die Verdienste der Vereinsgründer und die Vielzahl der Sänger wachzuhalten, die diese lange Vereinstradition ermöglichten.
Stellvertretend für alle seien hier die Namen der Vereinsvorsitzenden und der Chorleiter seit der Gründung genannt.
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